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Faustdick!

Ein Volltreffer! Genau das war es am 24.07.2009 im Klosterhof in Langenzenn nämlich – ein direkter Volltreffer mit gestreckte(m) Faust und komplettem Ensemble. Genau, wir sprechen hier von dem Theaterstück “Faust” von Goethe, dargebracht von Laiendarstellern der Hans-Sachs-Spielgruppe, doch fragte man sich eines: Wenn das Laien sind, wie gut müssen dann erst Profis sein? Verdammt gut, wenn nicht gar verteufelt gut…

Die Geschichte von Faust ist jedem hinlänglich bekannt, doch gibt sie den Darstellern viel Raum für Interpretationen, und dieser Raum wurde in Langenzenn im Klosterhof sehr gut genutzt. In passender Kulisse, in einem Bühnenbild, was mit dem Kloster im wahrsten Sinne des Wortes verschmolz, wurden die Zuschauer Zeugen des Pakts des alten Faustes (Werner Dröge) mit Mephisto (Rudolf Kercher) und konnten den Leidensweg des armen Gretchens (Jenny Schmidt) mitverfolgen. Vor allem die weiblichen Zuschauer wären wohl ebenso dem verjüngten Faust verfallen, wie man an den begeisterten Reaktionen im Publikum hören konnte.

Doch nicht nur er wurde am Ende begeistert gefeiert, sondern seine gesamten Kollegen, das gesamte Ensemble der Klosterhofspiele wurde mit Applaus überschüttet, so wie es ihnen allen gebührte, zumal sich die Darsteller auch in anderen Bereichen verdingten, so als Bühnenbildner oder Kostümschneider. Alles war buchstäblich selbstgemacht.

Nach der gelungenen Show konnten sich die Zuschauer mit den Darstellern angeregt unterhalten, was viele auch taten. Man hörte nur Lob aus den Mündern der begeisterten Zuschauer, verständlicherweise. Was wahr ist, sollte auch gesagt werden. So ging ein sehr lehrreicher und kurzweiliger Abend viel zu schnell zu Ende. Eines konnte ein jeder lernen, der Faust gelesen und nicht verstanden hat. Faust ist verständlich, man muß es nur von begabten Darstellern interpretiert sehen.

“Beim Himmel, dieses Kind ist schön!

So etwas hab ich nie gesehn.

Sie ist so sitt- und tugendreich

Und etwas schnippisch doch zugleich!”

In diesem Sinne wünschen wir jedem Zuschauer dieses Stückes viel Spaß beim Anschauen. Doch Eile ist geboten, denn bald schon nahet die Derniere.

Bewertung: 5 von 5

Link zum Originaltext: http://www.buehnenzeitung.de/?id=3415&tag=blog

Posted in Rezension.


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